Himmelfahrt in Zeiten von Corona …

Es ist der 20.05.2020 Nachdem wir Feierabend machen konnten, schwangen wir uns zu viert in unser Auto und fuhren nach Damp. Warum nur zu viert, fragt ihr euch? Max schmiss schon am Dienstag die Leinen los. Zusammen mit einer Freundin segelte er das erste Mal alleine auf Schlei und Ostsee. In Damp angekommen, entluden wir zügigst das Auto und während ich es zum Parkplatz brachte, räumten Julia, Hannah und Paul schon alles ein. Somit konnten wir um 1755 noch ablegen und genossen 1,5 Std auf dem Wasser, bevor wir in Maasholm anlegten und einen wunderschönen Sonnenuntergang genießen konnten.

Nach einem entspannten Frühstück, ging es am nächsten Tag um 1130 weiter. UnserTagesziel für heute hieß Gelting.

Ein Treffen mit Freunden aus Flensburg stand an. Als wir die Giftbude vor Schleimünde querab hatten, setzten wir unser Großsegel. Der Wind kam aus 110º und pustete mit 06kts. Kurze Zeit später klingelte plötzlich unser Telefon und die Crew der Ostwind, die eine Stunde zuvor in Damp abgelegt hatte, fragte, wann wir denn unser Vorsegel ausrollen wollen. Nichts leichter als DAS. Hatten wir doch schon alles fürs Segeln mit Code0 vorbereitet.

Die Ostwind hatte das gleiche Ziel und so segelten wir gemeinsam nach Gelting. Vorbei ging es an Falshöft und der Geltinger Birk, rum um den Leuchtturm Kalkgrund und dann auf direkten Kurs. Nach 3 1/2 Stunden hatten wir Gelting erreicht und machten neben unseren Freunden aus Flensburg fest. Nun wurde erstmal das SUP aufgeblasen, damit Hannah durch den Hafen paddeln konnte. Julia wollte währenddessen mit ihrer Freundin den Hafen und das Umland zu Fuß erkunden. Bevor sie von Bord ging ließ sie sich noch meine ec-Karte geben, sollte doch damit das Hafengeld bezahlt werden. Auf dem Vorschiff angekommen, wollte Julia dann auch endlich die Karte verstauen. Doch es kam ein wenig anders und die ec-Karte rutschte ihr aus der Hand und landete im Hafenbecken! Spätnachmittag beschlossen wir dann unser Abendbrot gemeinsamen bei einem Grillabend zu verbringen. Gesagt, getan. Später gesellten sich auch noch Freunde aus Strande zu uns und so ließen wir den Abend ausklingen.

Am 22.05. gegen 1130 legten wir ab und segelten weiter in den Stadthafen nach Flensburg. Hannah heuerte auf der X-332 unserer Freunde an, sodass wir nur zu dritt auf patchwork’x waren. Die Wettervorhersage war leider alles andere als gut. Hatten wir bis frühen Nachmittag noch leichte Winde aus östlichen Richtungen, so frischte dieser später auf bis zu 12kts auf (was sehr schön war). Leider regnete es ab 1230 ununterbrochen und teilweise auch in Bindfäden. Zu Glück hatte ich mir kurz zuvor neue Segelkleidung von Gill gegönnt und so stand ich zwar im Regen, was aber überhaupt nicht schlimm war. In Flensburg angekommen, es war mittlerweile 1530, suchten wir vergebens nach einem Liegeplatz. 30′ später entschlossen wir uns längsseits an einem anderen Segler festzumachen. Dieser nahm unsere Festmacher an und sagte auch gleich, dass er am nächsten Morgen zwischen 0700 und 0730 ablegen wolle, was für uns aber kein Problem darstellen sollte. Kaum hatten wir Hannah und unsere Freunde wieder an Bord, machten auch schon unsere Freunde aus Strande längsseits bei uns fest. Abends machten wir Erwachsenen dann einen ausgiebigen Spazierzgang durch Flensburg, während die Kinder an Bord blieben und das Internet leer guckten.

Der nächste Morgen startete früh, wollte der Liegeplatznachbar doch zeitig ablegen. Nachdem der Kaffee gekocht war, hatten Julia und ich noch Zeit diesen zu trinken und alles zum Ablegen vorzubereiten. Paul und Hannah ließen wir in ihren Kojen schlafen, während ich die Crew aus Strande weckte. Der Wind hatte über Nacht auf West gedreht und wehte konstant mit 05kts. Um 0715 hieß es: Leinen los! Nachdem alle Festmacher und Fender verstaut waren setzten wir das Großsegel und gleiteten fast lautlos vorbei am Flensburger Yacht Service, der Sonwik und der Marineschule Mürwik. Doch was sah ich da in unserem Kielwasser? Näherte sich ein Segler ziemlich schnell. Wie konnte das sein? Das ist doch eine X-95, sagte ich zu Julia. Das ist doch unsere alte X-Yacht,  sagten wir zueinander.

Stimmt, Lennart und Michael haben uns schon den Abend zuvor gesehen und auch am morgen als wir ausliefen. So beschlossen sie, ihr Frühstück zu beschleunigen und unter Segeln und Motor uns einzuholen. Wir hatten uns viel zu erzählen während wir auf dem Weg zur “Schwiegermutter” waren und nach gut 40 min machte die Beiden dann ihren Motor aus. An der Schwiegermutter angekommen war auch endlich der versprochene Wind da. Er wehte jetzt konstant mit 12kts, sodass es nicht mehr lange dauern sollte, bis wir Kalkgrund querab hatten. Jetzt nahm der Wind immer weiter zu und Böen von bis zu 25kts bescherten uns einen feinen Ritt zurück nach Damp. Um 1345 waren wir wieder fest auf unserem Liegeplatz und das Himmelfahrtwochenende leider vorbei.

 

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